Augentropfen & Augensalben: So gelingt die Anwendung stressfrei
Verabreichung von Augenmedikation- ein Problem?
Die Verabreichung von Augenmedikation wird bei fast jedem Vierbeiner einmal in seinem Leben nötig. Meist zur Therapie von Augenentzündungen, allergischen Reaktionen oder chronischen Erkrankungen. Bei unseren Kurznasen, wie den Möpsen, Französischen oder Englischen Bulldoggen macht die Verabreichung von Tränenersatz oft auch prophylaktisch Sinn, da der Lidschluss nicht vollständig ist oder die Qualität der Tränenflüssigkeit mangelhaft. Durch das tägliche Verabreichen von Augentropfen können Augenprobleme vermieden werden.
Es lohnt sich, Ihren Vierbeiner schon früh daran zu gewöhnen, dass Sie seine Augen in Ruhe anschauen dürfen. Dabei sollten Sie wissen, dass direktes Anstarren von Hund und Katze als Drohen verstanden werden kann. Deshalb üben Sie das am besten in entspannter Atmosphäre und verknüpfen es mit einem festen Kommando oder einem bestimmten Platz. Der Aufbau des Auges von Hund und Katze entspricht weitestgehend unserem Auge. Mit einer Ausnahme: Unsere Vierbeiner haben ein drittes Augenlid. Mit etwas Übung kann dieses durch leichten Druck auf den Augapfel sichtbar gemacht werden. Es erscheint dann vom Nasenwinkel aus. Unter diesem finden sich regelmäßig Fremdkörper. Daher lohnt es sich, zu wissen, wie dieses vorzulagern ist.
Weiterhin sollten Sie spielerisch so tun, als ob Sie Augentropfen oder eine Augensalbe verabreichen möchte. Dazu muss man seinen Vierbeiner zuerst daran gewöhnen, dass er den Kopf bei Berührung stillhält. Im zweiten Schritt erfolgt dann die Manipulation am Auge.
Hierfür nimmt man das „Augenmedikament“ zwischen zwei Finger der einen Hand. Die Handkante legt man mit der Außenkante an der Nase bzw. oberhalb des Auges am Kopf an. Das Augenmedikament zeigt mit der Spitze immer Richtung unterem Lidbindehautsack, nie direkt auf das Auge. Damit vermeidet man eine Verletzung der empfindlichen Hornhaut bei unerwarteten Abwehrbewegungen. Mit dem Daumen der anderen Hand zieht man vorsichtig das untere Lid etwas nach unten, hält mit dem Zeigefinger das Oberlid nach oben und drückt leicht auf den Augapfel, damit das dritte Augenlid erscheint. Nun können Sie die Augensalbe oder die -tropfen in den Bindehautsack des Unterlids einbringen. So hat man die besten Chancen, dass der Vierbeiner nicht zurückschreckt.
Eine Spieleinheit oder ein Leckerli im Anschluss motiviert Ihr Tier, die Prozedur das nächste Mal geduldig zu ertragen.
Was ist bei der Verabreichung von mehreren Augenmedikamenten zu beachten?
Verabreichen Sie bitte Tropfen immer vor den Augensalben. Zwischen zwei Medikamenten sollte eine Pause von ca. 5-10 Minuten sein. Bekommt Ihr Tier ein Medikament mehrmals täglich, hilft es, wenn der Abstand dazwischen ungefähr gleich lang ist. Verordnet Ihr Tierarzt die Gabe auch nachts, halten Sie sich bitte daran. Ein Auge heilt sehr gut, ist aber auch recht schnell dauerhaft blind.
Welche Menge des Medikamentes ist nötig?
Bei Augensalben reicht ein ca. reiskorngroßer Salbenstrang.
Ein Tropfen pro Auge ist ausreichend. Es passiert allerdings auch nichts, wenn mehrere Tropfen ins Auge fallen.
Eine Massage der Augenlider zur Verteilung des Medikamentes ist nicht nötig.
Beachten Sie, dass manche Tropfen vorher geschüttelt werden müssen. Achten Sie darauf, dass das Präparat möglichst nicht mit dem Auge oder Fell in Kontakt kommt, um Verunreinigungen zu vermeiden. Waschen Sie sich bitte daher auch im Vorfeld die Hände.
Beschriften Sie bitte die Umverpackung oder das Produkt mit dem Öffnungsdatum, um sicherzustellen, dass es noch wirksam und nicht durch Keime verunreinigt ist.
Beachten sie bitte die Lagerungshinweise auf der Verpackung. Manche Augenpräparate müssen gekühlt werden, andere dürfen nicht in den Kühlschrank. Gekühlte Produkte sollten Sie vor der Anwendung kurz in der Hand aufwärmen- das ist für das Tier angenehmer.
Vor der Gabe der Augenmedikamente sollten Schmutz und Sekret, die sich oft im Augenwinkel befinden, mit einem mit lauwarmem Wasser getränkten Schminkpad, fusselfreiem weichen Tuch oder Papiertaschentuch in Richtung Nase entfernt werden.
Unverträglichkeiten
Direkt nach der Medikamentengabe ist vermehrtes Blinzeln oder das Zukneifen der Augenlider normal. Hält dieses Verhalten jedoch an, wird das Auge zunehmend röter oder gar trüb, verständigen Sie bitte sofort den behandelnden Tierarzt.
Einige wichtige Informationen zum Schluss:
Treten Augenveränderungen an beiden Augen auf, hindern Sie ihr Tier am Kratzen und suchen den Tierarzt zur nächsten Sprechzeit auf.
Zeigt nur ein Auge deutliche Veränderungen, wie massiven Ausfluss, starke Rötung oder wird gar zugekniffen, sollten Sie sofort einen Tierarzt (auch im Notdienst) aufsuchen.
Verwenden Sie keine Augenprodukte, die schon lange Zeit geöffnet sind.
Haben Sie Augenmedikation mit antibiotischen oder entzündungshemmenden Inhaltsstoffen im Haus, geben Sie diese nie, ohne sich beim Tierarzt rückversichert zu haben, auch dann nicht, wenn sie bei einer früheren Erkrankung geholfen hat. Die Ausnahme dabei sind Tränenersatz- oder Pflegeprodukte.
Wir sind für Sie da!
Ohrenpflege beim Hund: So reinigen Sie die Ohren richtig
Ohren richtig reinigen und Medikamente sicher anwenden
Gesunde Ohren tragen wesentlich zum Wohlbefinden Ihres Hundes bei. Besonders bei Hunden mit Hängeohren empfiehlt es sich, das Untersuchen und Reinigen der Ohren bereits im Welpenalter zu üben.
Nachfolgend haben wir die wichtigsten Hinweise zur Kontrolle, Reinigung und Anwendung von Ohrmedikamenten für Sie zusammengestellt.
Regelmäßige Ohrenkontrolle
Bei Hunden mit Hängeohren, wie beispielsweise Cockerspaniel oder Golden Retriever, sollten die Ohren am besten einmal pro Woche kontrolliert werden.
Reiben Sie hierzu beide Ohren mit jeweils einem eigenen Wattebausch aus und vergleichen Sie anschließend:
- die Menge des Ohrschmalzes
- den Geruch des Ohrschmalzes
Treten Veränderungen auf, kann das Ohr an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Ohrreiniger, der vom Tierarzt empfohlen wurde, gereinigt werden. Daraus ergibt sich ein individuelles Reinigungsschema, das je nach Bedarf angepasst werden muss. Bitte beachten Sie, dass manche Ohrreiniger bei kleinsten Verletzungen des Trommelfells zu schwerwiegenden Schäden bis hin zur Taubheit führen können.
Schwimmen
Schwimmen erhöht die Feuchtigkeit im Ohr und kann Ohrentzündungen begünstigen.
Bei Hunden, die regelmäßig schwimmen, sind daher oft kürzere Reinigungsintervalle erforderlich. Treten durch den Aufenthalt im Wasser regelmäßig Probleme auf, sollten die Ohren nach dem Schwimmen vorsorglich mit einem Wattebausch etwas getrocknet werden.
Wichtig: Verwenden Sie hierfür niemals Wattestäbchen.
So funktioniert die Ohrreinigung
Die Ohrreinigung wird idealerweise vor dem Spaziergang durchgeführt, da sich viele Hunde anschließend schütteln und so verbliebene Flüssigkeit aus dem Ohr entfernt wird.
Vor der Anwendung:
- Ohrreiniger oder Ohrmedikament auf Körpertemperatur erwärmen
- ausreichend große Wattebäusche bereitlegen
Greifen Sie dann das zu behandelnde Ohr mit Daumen und Zeigefinger und fixieren Sie Ihr Tier mit den übrigen Fingern derselben Hand vorsichtig im Nacken.
Ohrreiniger richtig einbringen
Der Ohrreiniger sollte niemals direkt in den Gehörgang eingebracht werden, da dies für den Hund sehr unangenehm sein kann und häufig dazu führt, dass Berührungen am Ohr später nicht mehr toleriert werden.
Nutzen Sie stattdessen die Ohrmuschel als Rinne. Der Ohrreiniger läuft dabei langsam von der Ohrspitze in Richtung Gehörgang, bis ein sichtbarer Flüssigkeitsspiegel entsteht.
So erwärmt sich die Flüssigkeit und gelangt ohne irritierende Geräusche in das Innenohr.
Achten Sie darauf, dass die Spitze des Behältnisses die Ohrmuschel nicht berührt, um Verunreinigungen der Flaschenspitze zu vermeiden.
Ohr massieren
Nach dem Einbringen des Ohrreinigers halten Sie das Ohr weiterhin fest und lassen das Tier im Nacken los.
Nun wird das Ohr an der Ohrbasis mit Zeigefinger und Daumen der freien Hand sanft und impulsartig massiert. Dabei entsteht ein typisches schmatzendes Geräusch. Dadurch kann sich überschüssiges Sekret und Schmutz auch aus tieferen Bereichen des Ohres lösen.
Reinigung abschließen
Zum Abschluss wird ein Wattebausch vorsichtig in das Ohr eingebracht.
Massieren Sie anschließend von der Ohrbasis in Richtung Wattebausch. Beim Entfernen des Wattebausches wird gleichzeitig die Ohrmuschel vorsichtig ausgewischt.
Wiederholen Sie diesen Vorgang so lange, bis der Wattebausch nahezu sauber bleibt.
Werden Blutspuren sichtbar, sollte die Reinigung sofort beendet werden. Dies kann bei stark entzündeten Ohren schnell vorkommen. Dennoch sollte immer sichergestellt werden, dass nicht zu fest gerieben wurde.
Wattestäbchen richtig verwenden
Wattestäbchen werden ausschließlich für die äußeren Ohrfalten verwendet.
Sie dürfen niemals in den Gehörgang eingeführt werden, da Schmutz dadurch tiefer in das Ohr gelangt und zudem die Gefahr besteht, das Trommelfell zu verletzen.
Ohrmedikamente richtig anwenden
Ohrmedikamente werden nach der Reinigung an den Rand des Gehörganges geträufelt und nicht direkt tief in den Gehörgang eingebracht.
Auch hierbei sollte die Spitze des Präparates den Gehörgang nicht berühren, um Verunreinigungen der Flaschenspitze zu vermeiden.
Vorsicht bei der Ohrpflege
Unnötiges oder zu häufiges Reinigen kann das gesunde Ohrmikrobiom, also die normale Keimbesiedlung, beeinträchtigen.
Auch ungeeignete Ohrreiniger oder eine falsche Durchführung der Ohrreinigung können Probleme verursachen.
Viele Tiere tolerieren Ohrbehandlungen nicht mehr, wenn sie dabei Unwohlsein oder Schmerzen erlebt haben, beispielsweise durch:
- zu kalten Ohrreiniger
- direktes Einbringen des Reinigers in den Gehörgang
- zu grobe Reinigung
Haare in den Ohren
Ein weiteres Problem kann starker Haarwuchs im Ohr sein. Dieser behindert die Belüftung und führt oft in der Folge zu Ohrentzündungen. Das Kürzen dieser Haare löst das Problem nicht. Die Haare sollten regelmäßig durch Zupfen entfernt werden. Üben Sie dies und entfernen Sie immer nur wenige Haare auf ein Mal. Daher ist es auch sinnvoll, dies selbst und nicht beim Hundefriseur zu tun. Werden nämlich alle Haare auf einmal ausgezupft, entsteht nachfolgend oft eine Schwellung im Gehörgang, die zum einen schmerzhaft ist und zum anderen selbst zu Entzündungen führen kann. Wir zeigen es Ihnen gerne.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Ohrpflege oder möchten sich die richtige Technik zeigen lassen?
Sprechen Sie uns gerne an.
Wir sind für Sie da!



